Lexikon

Punchen

Unter Punchen versteht man die Digitalisierung von Stickereien. Stickmuster waren schon immer ein Mittel, um eine Stickerei anzufertigen. Ende des 19. Jahrhunderts übernahm die Veränderung durch einen Hebel noch ein Mensch; Anfang des 20. Jahrhunderts war die Technik fortgeschritten. Zu dieser Zeit setzte man auf Lockkartenautomaten. Die Lochkarten erstellten Puncher, die auch aufwendig gestaltete Muster anhand des Lochkartensystems erstellen konnten. Dieses System ließ eine höhe Drehzahl bei den Maschinen zu, was der Produktion zugutekam.
Mit der Einführung der EDV in den 1980er Jahren wurden die ersten Programme für Punchen entworfen. Die ersten Darstellungen waren einfach "gestrickt"; sie waren einfarbig. Perfektioniert wurden die Programme in den Jahren darauf. Jetzt ließen sie auch mehrfarbige Stick-Muster zu. Heute werden die Stickerei-Designs am Computer entworfen. Dabei spielt es heute keine Rolle mehr, wie aufwendig die Muster sind.
Es gibt einige Punch-Büros, die sich ausschließlich auf das reine Erstellen von Stick-Designs spezialisiert haben. Andere Unternehmen nutzen Punchen, um Textilien aus ihrem Sortiment nach Wünschen der Kunden durch Besticken aufzuwerten. Diese Unternehmen besitzen in der Regel einen hochmodernen Maschinenpark, der die im Netzwerk integrierte Stickmaschinen am Computer zu kontrollieren. Für diese Unternehmen ist es selbstverständlich, für jeden Kunden das von ihm gewünschte Motiv als Stick-Design herzustellen und die Umwandlung in eine digitale Datei vorzunehmen. Je sorgfältiger der Mitarbeiter beim Punchen arbeitet, desto besser fällt das spätere Ergebnis der fertigen Stickerei aus.
Heute ist es möglich, auch aufwendige Stickerei-Muster zu realisieren. Das Unternehmen benötigt dazu lediglich die Datei mit dem gewünschten Motiv. Der Kunde kann diese Datei als PDF, CDR oder andere Formen an den Betrieb weitergeben oder aber als Pixelgrafik wie JPG, BMP oder TIF sowie BMP. Wichtig dabei ist, dass sie Vorlage eingescannt werden kann und die Originalgröße eine Auflösung von mindestens 300 dpi aufweist. Mit diesen Dateien kann der Betrieb arbeiten und sowohl eine Stick-Datei erstellen als auch die Textilien besticken.